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Home Sonderthemen Familie/Kinder/Senioren Den Tod verstehen
08:56 13.02.2020
Trauernde Kinder brauchen Halt. Auf keinen Fall sollte in dieser Situation der Satz „Sei doch nicht traurig“ fallen. FOTO: BILDAGENTUR- ONLINE

LANDKREIS. Sie können weinen und gleich wieder fröhlich sein. Kinder trauern in Schüben – ganz anders als Erwachsene. Und die sind häufig verunsichert. Was braucht ein trauerndes Kind wirklich? Schonung oder ehrliche Worte? Die Trauer packt Marie im Badezimmer – und schlägt mit voller Wucht zu. Einfach so beim Zähneputzen. Marie (13 Jahre) spürt urplötzlich und zum ersten Mal: Mama kommt wirklich nicht wieder. Sie ist endgültig weg. In diesem Moment im Badezimmer ist Maries Mutter bereits seit fünf Jahren tot.

Die Geschichte von Marie, die in Wirklichkeit anders heißt, erzählt Mechthild Schroeter-Rupieper, wenn man sie fragt, wie Kinder trauern. „Kinder bis zehn oder elf Jahre begreifen nicht, was Tod bedeutet“, erklärt die Familientrauerbegleiterin. „Wir können es ihnen zwar immer wieder erklären, aber tief im Inneren denken sie: Das kann doch nicht sein. Das ist nicht für immer.“
   

Bestattungshaus Becker

Ein sechsjähriges Kind verstehe zwar, dass alles, was lebt, irgendwann stirbt. Es könne die Konsequenzen aber nicht erfassen. Dann sei ein Satz wie „Ist die Oma eigentlich immer noch tot?“ nicht ungewöhnlich. „Der Tod kommt vielleicht im Kopf schon an, aber das Herz versteht noch nicht.“

Wie geht man um mit Kindern, die trauern – und doch nicht richtig wissen, was geschieht? „Ihnen Zeit, Zuwendung und Geborgenheit schenken“, rät Barbara Heling vom Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer (Hamburg). „Erwachsene können in einem Meer von Traurigkeit versinken. Für Kinder ist Trauer eher wie eine Pfütze. Sie springen hinein, aber genauso schnell auch wieder heraus.“

Schroeter-Rupieper beschreibt das als eine Art angeborenen psychischen Schutz. „Er ermöglicht den Kindern, trotz eines schlimmen Verlusts lebensfroh groß zu werden.“
   

Dennoch sollte man nicht glauben, Kinder könnten solche Verluste leichter verkraften. „Auch Kinder, die den Tod noch nicht begreifen, spüren sehr wohl die Trauer um sie herum“, sagt Heling. „Sie fühlen, dass sie verlassen worden sind.“ Wichtig sei dann, das Thema Tod nicht wegzuschieben, sondern begreifbar zu machen. „Viele Menschen wollen Kinder schonen und nehmen sie nicht mit zu einer Beerdigung. Kinder fühlen sich dann aber häufig ausgeschlossen.“

Trauer zulassen, wann immer sie kommt: Das ist Schroeter-Rupieper wichtig. „Sei doch nicht traurig“: Für die Familientrauerbegleiterin ist dieser Satz eine Katastrophe, auch wenn er Eltern, Großeltern oder Erziehern immer wieder gut gemeint über die Lippen kommt.
  

„Kinder bekommen dadurch den Eindruck, Traurigkeit müsse unterdrückt werden.“ Dabei sei dies ein Gefühl, das Platz haben dürfe – nicht nur in den ersten Monaten nach dem Verlust. „Insbesondere bei Kindern treten heftige Trauerphasen erst Jahre später auf, so wie bei Marie“, erklärt Schroeter-Rupieper. Deshalb sei es wichtig, Kindern kontinuierlich Halt zu geben.

Zudem hätten viele Kinder Angst: Angst, zu vergessen. „Kinder quält oft die Vorstellung, dass sie sich bald nicht mehr richtig an den Verstorbenen erinnern könnten“, sagt Heling. Deshalb sei es wichtig, dass Familien die Erinnerung wachhalten – mit Fotos, Besuchen am Grab oder etwas Gebasteltem. Auch Schroeter-Rupieper betont: „Erinnerungen sind für Bewältigung der Trauer ganz wichtig.“ So wie für Marie – die nach Jahren zum ersten Mal richtig spürte, dass ihre Mutter tot war: Und dieses Mal im Kopf, im Herzen und im Bauch. dpa
  


Neben der Dauerbepflanzung wird das Grab oft mit Wechselpflanzen bestückt – zum Beispiel mit Heidekraut. FOTO: DPA
Neben der Dauerbepflanzung wird das Grab oft mit Wechselpflanzen bestückt – zum Beispiel mit Heidekraut. FOTO: DPA

LANDKREIS. Eine Grabbepflanzung soll schön aussehen, ein Andenken an die Verstorbenen sowie möglichst unaufwendig sein. Wer sich etwas Zeit für die Planung nimmt, findet den passenden Stil.

Wer von vornherein gut plant und sich für die richtigen Pflanzen entscheidet, spart am Ende Arbeit. So könne ein Grab zehn Jahre ohne Umgestaltung und mit relativ wenig Pflege auskommen, erklärt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Dazu sollten sich die Hinterbliebenen beispielsweise über die Licht- und Bodenverhältnisse informieren, denn nur standortgerechte Bepflanzung gedeihe auch gut.

Zudem wird die Fläche aufgeteilt in Bereiche für Dauerund für Wechselbepflanzung. Da Dauerbepflanzung weniger Pflege braucht, darf sie durchaus 70 Prozent des Grabes einnehmen. Hier gibt es Stauden und Gräser für unterschiedliche Standorte. Als Rahmen eignen sich langsam wachsende, immergrüne Pflanzen wie Mahonie, Stechpalme und einige Koniferen-Zwergformen.

Eine Skizze hilft bei der Planung. Zu bedenken ist dabei die Endgröße der Pflanzen. Preiswerte Bodendecker oder Rindenmulch schließen anfängliche Lücken. Blühende Pflanzen oder solche mit interessanten Blattformen und -farben setzen Akzente. Dabei kann man auf Blumen mit versetzten Blütezeiten achten. Generell sollten Pflanzen in Gruppen stehen: „Das wirkt optisch ruhiger“, betonen die Fachleute.

Der Platz für eine jahreszeitliche Bepflanzung oder ein Grabgesteck kann in der Mitte liegen oder auch an einer Seite oder Ecke des Grabes. Für die Wechselbepflanzung eignen sich passend zur Dauerbepflanzung Alpenveilchen, Stiefmütterchen, Hornveilchen und Eriken, aber auch Herbstzeitlose und Margeriten. Astern und Chrysanthemen werden ebenfalls gern gepflanzt, weil sie bis in den November hinein blühen. dpa
   

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