Menü
Anmelden
Wetter Gewitter
31°/21°Gewitter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland

Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg

Home Sonderthemen Freizeit/Kultur/Reisen Der Trend gehtzur Urne
10:41 23.07.2020
Feuerbestattungen mit anschließender Urnenbeisetzung liegen voll im Trend. FOTO: DPA

LANDKREIS. Noch bis Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren Bestattungen im Sarg die Regel und zudem auch kirchlich vorgeschrieben. Das hat sich schon lange geändert. Viele Menschen in Niedersachsen entscheiden sich heute für eine Urnenbestattung. Warum ist das so?

Die Zahl der Urnenbeisetzungen nimmt in Niedersachsen stetig zu. Nach Angaben der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover lag der Anteil der Einäscherungen 1990 noch bei 11,6 Prozent. Mittlerweile hat sich dieser Wert fast verfünffacht. 2015 waren bereits 50,5 Prozent der Beisetzungen in der Landeskirche Urnenbestattungen. Feuerbestattungen lägen im Trend, sagt Pressesprecher Benjamin Simon-Hinkelmann.

Ein entscheidendes Argument für eine Urnenbeisetzung ist die Pflege der Grabstelle. Viele Menschen wollen nach dem eigenen Tod ihren Angehörigen nicht die Arbeit an ihrer Grabstelle zumuten. „Hinzu kommt, dass die Grabpflege mit regelmäßigen Friedhofsbesuchen für Freunde und Familie der Verstorbenen oft gar nicht möglich ist, weil sie weiter entfernt wohnen“, sagt Markus Gebauer vom Bestatterverband Niedersachsen.

Urnengräber auf Friedhöfen seien zudem kleiner und pflegeleichter als eine Gruft oder ein Grab, das bepflanzt werden müsse. Auch Rasengräber würden deswegen in Niedersachsen zunehmend beliebter, erläutert Simon-Hinkelmann. In Niedersachsen starben im vergangenen Jahr mehr als 96 000 Menschen – fast die Hälfte gehörte der evangelische Kirche an, rund 5500 der katholischen Kirche.

Viele Menschen entscheiden sich zudem dafür, Verträge über eine Grabnutzung gleich mit einer eingeschlossenen Grabpflege abzuschließen. Dieser Trend hat sich laut Gebauer in den vergangenen 20 Jahren entwickelt. Dies sei auch vorteilhaft für die finanzielle Planung: „Der Kunde kann Risiken ausschließen.“

Aber auch ganz individuelle Grabsteine werden nach Angaben des Kirchensprechers immer beliebter. Gefragt seien beispielsweise Grabsteine mit QR-Codes. Über das Smartphone können Friedhofsbesucher dann beispielsweise Fotos oder eine Biografie des Verstorbenen abrufen. dpa
        

2
/
3
Datenschutz