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Home Sonderthemen Bauen/Wohnen Die Verschärfung kommt
16:43 14.03.2019
Sparsamer heizen: Die EU schraubt die Effizienzklassen für neue Heizkessel hoch. So sollen die Hersteller unter Druck gesetzt werden, um sparsamere Geräte zu entwickeln. FOTO: DPA

LANDKREIS. Damit die Hersteller von Heizungen sparsamere Anlagen entwickeln, verschärft die EU die Klassifizierung der Geräte. Im Laufe dieses Jahres entfallen daher für neue Heizkessel die niedrigsten Klassen auf dem EU-Label. Was heißt das für Verbraucher? 

Neue Heizkessel tragen ein EU-Label: Es gibt mit einer farbigen Skala an, wie effizient die Anlage ist. Die Anforderungen werden sich im Laufe des Jahres 2019 verschärfen. Ab 26. September wird die neue Effizienzklasse A+++ eingeführt, während die Stufen E bis G entfallen. 

Das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau empfiehlt, beim Neukauf eines Heizkessels die Neuerungen jetzt schon zu bedenken und konventionelle Öl- und Gasgeräte mit niedriger Effizienz zu meiden. 

„Mit der Verschärfung der Effizienzklassen soll der Druck auf die Hersteller erhöht werden, effizientere Heizungsanlagen in den Handel zu bringen und ältere vom Markt zu nehmen“, erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau. Bereits 2021 oder 2022 soll die nächste Verschärfung kommen. 

Daher können auch nicht mehr alle Heizungen in gute Klassen gelangen. In die besten Kategorien A+++ bis A+ kommen Anlagen, wenn sie regenerative Energien nutzen: also beispielsweise Holzheizungen, effiziente Wärmepumpen und Solarkollektoren als Ergänzung zur herkömmlichen Wärmeerzeugung. Für Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sind laut Zukunft Altbau die Noten A+++ bis B möglich.

Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik werden abgewertet von bisher A+ auf die Klassen A bis B. Allerdings ist eine bessere Einstufung noch möglich, wenn die Anlagen mit Technologien zur Nutzung von erneuerbaren Energien kombiniert werden. Das kann eine Solarthermieanlage oder eine Wärmepumpe sein.

Sogenannte Niedertemperaturgeräte, die die im Abgas enthaltene Energie nicht ausnutzen, erreichen nur noch die Effizienzkategorie C. Sie dürfen nach Angaben von Zukunft Altbau nur noch in bestimmten Mehrfamilienhäusern eingesetzt werden. Verbraucher werden im hiesigen Handel bereits keine Geräte der Klasse D mehr finden – in anderen EU-Ländern werden sie jedoch noch angeboten.

Nicht alle Geräte tragen aber überhaupt ein EU-Label. Pflicht ist es für neue Heizgeräte und Warmwasserbereiter bis 70 Kilowatt Leistung. Außerdem sind Warmwasserspeicher bis einschließlich 500 Liter Speichervolumen sowie Produktkombinationen etikettiert. Und die nun ausgebaute Klassifizierung gilt für neue Einzelraumheizgeräte bis 50 Kilowatt Leistung: zum Beispiel Pelletöfen und andere Holzheizungen.

Allerdings können Verbraucher sich bei der Auswahl eines Heizkessels nur bedingt auf die Informationen des Labels stützen, betonen die Experten. Denn die Aussagekraft sei begrenzt. „Zwar ist das Etikett ähnlich gestaltet wie die Label für Elektrogeräte – zum Beispiel TV oder Waschmaschine“, sagt Hettler. „Aber es enthält keine echten Vergleichsangaben zu den Betriebskosten.“ Stattdessen werden dem Fachmann zufolge Informationen zu Anlagen mit unterschiedlich teuren Energieträgern gegenübergestellt, beispielsweise Öl- und Stromheizungen.

Hinzu kommt, dass sich der Energieverbrauch einer Heizung immer im Zusammenspiel mit dem Energiestandard des Gebäudes ergibt. Dieser basiert unter anderem auch darauf, wie gut es gedämmt ist. Zudem reguliert jeder Besitzer die Raumwärme anders. „Daher sollten Hausbesitzer sich immer von einem Fachmann individuell beraten lassen“, so Hettler. dpa

LANDKREIS. Wenn die Elektroinstallation im Haus nicht einwandfrei ist, stellt sie eine Brandgefahr dar: Denn Beschädigungen – zum Beispiel eine abgeknickte Stromleitung, lose Kontaktstellen oder ein Fehler bei der Isolation – können zu einer punktuellen Hitzeentwicklung führen. Experten sprechen dann von Fehlerlichtbögen. Diese können im schlimmsten Fall einen Brand auslösen – genauso wie einen Kurzschluss oder eine Überlastung. Darauf weist die „Initiative Elektro+“ hin. Spezielle Schalter, sogenannte Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD), bieten Schutz. Denn sie können die Leitungen sowie angeschlossene Geräte überwachen und bei Auffälligkeiten den angeschlossenen Stromkreis sekundenschnell abschalten.

Die AFDD-Schalter gibt es in Kombination mit Leitungsoder Fehlerstrom-Schutzschaltern. Ein Austausch der Schalter im Stromkasten ist möglich. Dafür wird jedoch nach Angaben der Experten im Stromkreisverteiler eine Teilungseinheit mehr benötigt. Ob der vorhandene Platz ausreicht, sollte ein Elektrofachmann überprüfen. dpa

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