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Home Sonderthemen Auto Einmal falsch tanken kann teuer werden
14:20 16.07.2019
Wer falsch getankt hat, sollte den Motor erst gar nicht starten, sondern das Fahrzeug umgehend in eine Fachwerkstatt schleppen lassen. FOTO: DPA

LANDKREIS. Falsches Betanken kann teuer werden – insbesondere dann, wenn Diesel-Aggregate mit Sechs- oder Acht-Zylinder-Motoren betroffen sind. Dann kann der Schaden bis zu 10 000 Euro betragen.

Benzin statt Diesel

„Problematisch ist die Verwechslung, weil Benzin keinerlei Schmierwirkung besitzt“, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung, die der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) herausgegeben hat. „Deshalb wird die teure Hochdruckpumpe schon wenige Sekunden nach dem Anlassen zerstört.“

Doch damit nicht genug: Es bilden sich den Experten zufolge feine Metallspäne, die sich sofort in der gesamten Einspritzanlage verteilen. „Im Extremfall müssen dann Pumpe, alle Einspritzdüsen, Leitungen und der Tank erneuert werden.“ Bei Sechs- oder Achtzylinder-Motoren führe das in die genannten Preisregionen.

Wer seinen Tankfehler rechtzeitig erkennt, sollte umsichtig handeln und die Zündung gar nicht erst einschalten: „Sonst pumpt die elektrische Vorförderpumpe bereits das Benzin Richtung Motor“, heißt es weiter.

Und noch wichtiger: „Auf gar keinen Fall starten – auch nicht, um das Auto nur mal eben von der Zapfsäule wegzufahren.“ Stattdessen sollte man das Fahrzeug in die nächste Innungswerkstatt abschleppen und das Benzin dort abpumpen lassen.

AdBlue

Wer versehentlich AdBlue in den Kraftstofftank füllt, hat ähnliche Folgen wie bei Benzin statt Diesel. Denn AdBlue ist den Fachleuten zufolge eine wässrige Harnstofflösung und hoch korrosiv.

AdBlue sei schwerer als Diesel oder Benzin, vermische sich nicht und lege sich unten in den Tank, von wo es zuerst angesaugt werde und in die Einspritztechnik gelange. „Dort bildet sich sofort Rost, der Pumpe und Düsen zerstört“, schreibt der Verband. Versehentliches Tanken von AdBlue kommt demnach häufiger vor, seit dieses Additiv für die Abgasreinigung auch an Zapfsäulen erhältlich ist.

Zudem befindet sich der Stutzen für den AdBlue-Tank oft genau neben dem Deckel für den Kraftstoff. Auch hier gelte: nicht starten, sondern abschleppen und den Tank aussaugen lassen.

Diesel statt Benzin

Bei höherem Dieselanteil statt Benzin im Tank läuft der Motor nicht mehr richtig oder bleibt ganz stehen. Die gute Nachricht: Normalerweise geht dabei nichts kaputt.

„Daher genügt es meistens, wenn die Werkstatt den Tankinhalt abpumpt, die Einspritzanlage vom Diesel befreit und einen neuen Kraftstofffilter einsetzt“, erläutert der ZDK.

Außerdem sollte die Fachwerkstatt mittels Endoskop prüfen, ob unverbrannter Kraftstoff bis zum Katalysator oder bei neueren Modellen bis zum Partikelfilter vorgedrungen ist. Diese müssen dann gereinigt werden.

E10 statt Super

Diese Verwechslung ist in der Regel nicht dramatisch. Die Zahl der Fahrzeuge, die auf keinen Fall E10 vertragen, ist laut ZDK sehr klein. „Und selbst diese erleiden meist nicht sofort einen Schaden, wenn sich das E10 im Tank mit dem Rest des anderen Benzins vermischt.“

Abhilfe sei meistens nicht erforderlich: „Außer der Motor ist nicht für E10 freigegeben, und der Tank war vor dem Auffüllen nahezu trocken.“ In solchen Fällen sollte die Zündung nicht eingeschaltet werden und die Werkstatt den Tank vollständig entleeren. r

Check! Und die Fahrt in den Urlaub kann losgehen

Für die Urlaubsreise müssen die Bremsen topfit sein. FOTO: PROMOTOR
Für die Urlaubsreise müssen die Bremsen topfit sein. FOTO: PROMOTOR

LANDKREIS. Die Deutschen sind Wiederholungstäter. Fast jeder zweite fährt seit Jahren mit Auto oder Wohnmobil in die Ferien – im vergangenen Jahr 45 Prozent. Eigentlich wenig überraschend, denn kein anderes Verkehrsmittel bietet mehr Reisefreiheit.

Dafür müssen Autofahrer allerdings einiges tun. „Wer nicht nach wenigen Kilometern auf dem Pannenstreifen stranden will, fährt vorher zum Sicherheitscheck in die Werkstatt“, erläutert die Schaumburger Innung des Kraftfahrzeugtechnikerhandwerks. „Die bringt kostengünstig das Fahrzeug in Top-Form, und notwendige Reparaturen können dann noch rechtzeitig erledigt werden.“

Sicher fahren

Fahrwerk und Bremsen können im Urlaub an ihre Stress-Grenzen kommen. „Also rauf auf den Bremsenprüfstand und anschließend auf die Hebebühne“, betonen die hiesigen Experten. So werde schnell klar, wie es um die Bremsen stehe und ob Stoßdämpfer, Gelenke und Federn auch in naher Zukunft keinen Ärger machen. Motoröl, Brems- und Kühlflüssigkeit halten alles am Laufen und werden aufgefüllt, Reserve-Einheiten an Bord verstaut.

Rund rollen

„Kaum zu glauben, wie viele Autofahrer am Messgerät an der Tankstelle scheitern, keine Ahnung vom korrekten Druck haben und nicht wissen, was bei angehender Kontrollleuchte zu tun ist“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Der Reifendruck werde entsprechend der Ladung erhöht – dabei das Reserverad nicht vergessen.

Die Werte stehen in der Bedienungsanleitung am Tankdeckel oder Türholmen. Wer mit Pannenset unterwegs ist, sollte dessen Verfallsdatum prüfen.

Rund sollte es auch beim Reifenzustand rollen. Alter, Beschädigungen, Profil – all das gehöre auf den Prüfstand. Reifen altern bereits ab sechs Jahren, die Profiltiefe sollte drei Millimeter nicht unterschreiten.

Perfekt leuchten

Leuchten und Blinker müssen korrekt funktionieren und sauber sein. „Die Scheinwerferhöheneinstellung wird da, wo sie nicht automatisch funktioniert, dem vollbeladenen Fahrzeug angepasst“, betonen die Fachleute. „Ersatzglühlampen an Bord sind im Pannenfall für Profis sinnvoll, der Tausch ist für Otto Normalverbraucher heutzutage aber kaum mehr möglich.“

Für klare Sicht sorgen funktionierende Scheibenwischergummis und penibel von außen und innen geputzte Scheiben. Wenn nötig, wird das Scheibenwischwasser aufgefüllt. Für die Fahrt sollte ein Kanister der Sommerfüllung im Auto nicht fehlen.

Schön kühlen

Mit einem kühlen Kopf fährt es sich konzentrierter. Die Werkstatt prüft Luft- und Pollenfilter, reinigt Lamellen und Düsen. Die Klimaanlagen-Wartung steht beim Urlaubs-Check nicht auf der Agenda, wird als Extra-Auftrag aber selbstverständlich ebenfalls durchgeführt.

Richtig laden

Das Fahrzeug zu überladen geht schnell. Noch dazu, wenn Fahrräder mitreisen. In einer Fachwerkstatt erfolgt die Montage der Träger im Handumdrehen.

Autofahrer sollten jedoch nicht nur die erlaubten Gewichte kennen, sondern auch wissen, was wohin gehört. Der Tipp der Kfz-Profis: Schweres Gepäck nach unten und bestenfalls Kofferraum und Rücksitzbank mit einem Gitter trennen. „Nichts darf beim Bremsen durchs Auto fliegen.“

Das, was laut Straßen-Verkehrsordnung unbedingt an Bord gehört, fällt derweil kaum ins Gewicht: Warnwesten für alle, ein aktueller Verbandskasten und ein Warndreieck. r

LANDKREIS. Derzeit besteht die Innung des Kraftfahrzeugtechnikerhandwerks Schaumburg aus 50 Mitgliedsbetrieben. Diese beschäftigen insgesamt rund 400 Arbeitnehmer. Hinzu kommen aktuell 65 Auszubildende. Weitere Infos gibt es im Internet: www.schaumburg-handwerk.de. hb

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