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Home Sonderthemen Gesundheit Es gibt „böses“ und „gutes“
00:00 28.03.2019
Gesunde Ernährung mit viel Gemüse schützt die Gefäße.

Landkreis. Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann gefährlich werden – muss er aber nicht. Es kommt darauf an, wie es ansonsten um die Gesundheit bestellt ist. Und selbst wenn die Blutfettwerte runter müssen, braucht es meist nicht gleich Medikamente.

Man sieht es nicht, man spürt es nicht – deshalb kommt die Diagnose oft überraschend: „Ihre Cholesterinwerte sind viel zu hoch.“ Das bedeutet, dass die Blutfettwerte nicht in Ordnung sind.

Egal ist das nicht. Denn ist der Cholesterinspiegel dauerhaft erhöht, droht eine Arterienverkalkung – und schlimmstenfalls ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. „Grundsätzlich zu verteufeln ist Cholesterin aber nicht“, sagt Johannes Wechsler, Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM).

Der Körper braucht den fettähnlichen Stoff: zum Beispiel für den Zellaufbau, für die Bildung von Vitamin D und zur Produktion des Sexualhormons Östrogen. Einen Großteil dieses Fettes stellt er selbst her. Aber auch durch fettreiche Nahrung wird Cholesterin aufgenommen.

Beim Cholesterin unterscheiden Ärzte zwischen zwei Arten: dem „guten“ und dem „bösen“ Cholesterin. Wie hoch die Werte jeweils sein sollten, ist auch von anderen Risikofaktoren abhängig: zum Beispiel von HerzKreislauf-Erkrankungen. GRAFIK: DPA
Beim Cholesterin unterscheiden Ärzte zwischen zwei Arten: dem „guten“ und dem „bösen“ Cholesterin. Wie hoch die Werte jeweils sein sollten, ist auch von anderen Risikofaktoren abhängig: zum Beispiel von HerzKreislauf-Erkrankungen. GRAFIK: DPA

Dabei ist Cholesterin nicht gleich Cholesterin. Es gibt das „gute“ (HDL = High Density Lipoprotein) und das „böse“ (LDL = Low Density Lipoprotein) Cholesterin. Je mehr vom guten HDL im Körper ist, desto besser – denn es schützt die Gefäße.

Dafür, wie viel Cholesterin sich im Blut befinden sollte, gibt es Richtwerte: Das Gesamtcholesterin sollte 200 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) nicht übersteigen. Die Zielwerte für die einzelnen Cholesterinarten hängen davon ab, ob jemand weitere Krankheiten hat – beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes – oder ob er raucht.


Nüsse beinhalten die sogenannten „guten“ Fette. FOTOS: DPA
Nüsse beinhalten die sogenannten „guten“ Fette. FOTOS: DPA

„Das LDL-Cholesterin sollte nicht über 150 mg/dl liegen, wenn es einen einzigen zusätzlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt“, erläutert Wechsler. Liegen mehrere Risikofaktoren vor, dann sollte es unter 100 mg/dl liegen. „Hatte jemand bereits einen Herzinfarkt oder liegt ein Diabetes vor, sogar unter 70 mg/dl“, macht der Experte deutlich. Das HDL sollte bei Frauen möglichst über 45 mg/dl liegen, bei Männern über 40 mg/dl.

Um schwerwiegenden Erkrankungen vorzubeugen, sollte jeder einmal im Jahr seine Cholesterin-Werte bestimmen lassen. „Das geht per Schnelltest in vielen Apotheken“, sagt Ursula Sellerberg, stellvertretende Pressesprecherin bei der Bundesapothekerkammer. Weichen die festgestellten Werte von den Richtwerten ab, sollten Patienten zum Arzt gehen.

Stellt sich heraus, dass der Cholesterinspiegel – und hier vor allem das „böse“ Cholesterin – eines Patienten dauerhaft erhöht ist, dann muss der Betroffene in einem ersten Schritt seine Ernährung umstellen und seinen Lebensstil ändern.

„Im Vordergrund sollte die richtige Auswahl der Fette stehen“, erklärt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Zu bevorzugen seien pflanzliche Öle, Margarine, Nüsse und fette Fische. Positiv wirkt es sich nach ihren Angaben aus, weniger gesättigte Fettsäuren – wie sie beispielsweise in tierischen Lebensmitteln stecken – und stattdessen mehr ungesättigte Fettsäuren zu konsumieren.

Gahl empfiehlt zudem, bei verarbeiteten Lebensmitteln auf versteckte Fette zu achten: Sie können in Feinkostsalaten, Pizzen und Torten stecken. Neben der Ernährungsumstellung können auch regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf Nikotin dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Acht Wochen nach Beginn dieser Art von Therapie misst der Arzt erneut die Blutfettwerte des Patienten. Erst wenn sich herausstellt, dass sich die Werte nicht signifikant gebessert haben, kommen Medikamente ins Spiel.

Ist ein erhöhter CholesterinSpiegel erblich bedingt, dann nützt eine Ernährungs-und Lebensstilumstellung jedoch normalerweise wenig, um die Werte zu senken. „In einem solchen Fall werden von vornherein Arzneimittel verordnet“, sagt Wechsler. dpa


Landkreis. Pochende Schmerzen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen – Migräneanfälle machen den Betroffenen oft sehr zu schaffen. Heilbar ist die neurologische Erkrankung nicht. Aber es gibt Hilfe.

Migräne kann den Alltag Betroffener erheblich einschränken. Denn einige bekommen jeden Monat gleich mehrere Schmerzattacken. Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen auf seiner Patienteninformationsseite hin. Typisch sind pochende, hämmernde und einseitige Schmerzen. Oft kommen Übelkeit oder Erbrechen hinzu. Außerdem sind viele Betroffene geräusch- und lichtempfindlich. Die Beschwerden können zwischen vier Stunden und drei Tagen anhalten.

Das kann Betroffene sehr belasten: Die Schmerzattacken kosten Kraft. Viele können während eines Anfalls ihren üblichen Tätigkeiten bei der Arbeit oder zu Hause nicht nachgehen. Hinzu kommt laut dem Portal www.gesundheitsinformation.de die Angst vor neuen Anfällen. Auch die Sorge, wie sich die Migräne auf das persönliche Umfeld oder den Beruf auswirkt, macht vielen Betroffenen zu schaffen.

Wer aus Furcht vor einem Migräneanfall Unternehmungen meidet, die ihm eigentlich Spaß machen, kann mit einer kognitiven Verhaltenstherapie versuchen gegenzusteuern. Manchen helfen Entspannungstechniken wie autogenes Training oder auch viel Bewegung und Ausdauersport. Hilfe und Beratung finden Betroffene auch in Selbsthilfegruppen – eine Auswahl an Angeboten bietet die Deutsche Migräneund Kopfschmerzgesellschaft.

Während eines Anfalls sollte man zunächst das tun, was einem guttut: Sich in einen ruhigen, dunklen Raum legen oder den Kopf kühlen. Außerdem können rezeptfreie Schmerzmittel Linderung bringen. Bei manchen helfen die allerdings nicht. Dann kommen Triptane infrage, deren Einnahme aber mit einem Arzt abgestimmt werden sollte.

Vorsicht ist bei der Häufigkeit der Einnahme geboten: Schmerz- und Migränemedikamente sollte man an höchstens zehn Tagen im Monat nehmen. Denn nimmt man die Mittel zu oft, können sie zu Dauerkopfschmerzen führen. dpa


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