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08:43 05.03.2020
Den Welttag des Hörens am 3. März nimmt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Anlass, auf die Auswirkungen von Hörschäden aufmerksam zu machen und den Appell an alle Menschen zu richten, auf die eigenen Ohren zu achten. FOTO: DPA
Die Brille

LANDKREIS. Unsere Ohren schlafen nie. Sie wecken uns beispielsweise, wenn Gefahr droht. Doch diese Multitalente können noch viel mehr als nur Schallwellen aufnehmen.  

Hören ist der Sinn, der niemals ruht. Im Ohr werden aber nicht nur die akustischen Reize aus der Umgebung verarbeitet. Im Organ steckt ein weiteres Organ. Es sorgt dafür, dass wir im Gleichgewicht bleiben. Anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März appelliert die Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf unsere Ohren zu achten – und macht zugleich auf die Auswirkungen von Hörschäden aufmerksam.

Voller Einsatz

Wir hören besser als wir sehen. Der Hörsinn verarbeitet 50 Eindrücke pro Sekunde – und damit doppelt so viele wie das Auge. Das Ohr ist in der Lage, rund 400 000 Töne zu unterscheiden und präzise zu bestimmen, woher sie genau kommen. 24 Stunden am Tag laufen rund 25 000 Haarzellen auf Hochtouren.
  
Gute Dosis

Nicht zu laut und nicht zu leise sollte unsere Umgebung sein. Zu viel Lautstärke macht uns krank. Nach Angaben des Umweltbundesamtes steigt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab dauerhaft mehr als 65 Dezibel – was ungefähr einem Fernseher in Zimmerlautstärke entspricht. „Absolute Stille tut aber auch nicht gut“, erläutert der HNO-Arzt Bodo Schiffmann. „Im Gefangenenlager Guantanamo haben Wachen das Konzept zur Folter eingesetzt.“

Hörwelt Oester

Schlechteres Männerohr

Mit dem Alter lässt das Gehör nach. Eine Studie der Hochschule Aalen hat wissenschaftlich belegt, dass Männer früher betroffen sind als Frauen: Ein 55-jähriger Mann hört so schlecht wie eine 70-jährige Frau. Der Unterschied beim Hörverlust zwischen den Geschlechtern beträgt im Alter von 70 Jahren demnach 20 Dezibel. Einige Wissenschaftler vermuten, dies könnte am weiblichen Hormon Östrogen liegen.

Lebenslanges Wachstum

Untersuchungen zeigen, dass die Ohren offenbar ein Leben lang wachsen und bei älteren Menschen besonders groß sind. Während des Erwachsenenlebens legen sie um gut einen Zentimeter zu. Der Berliner Medizinprofessor Carsten Niemitz und sein Team von der Freien Universität stellten bei der Vermessung von 1500 Berliner Ohren fest, dass der äußere Teil der Ohrmuschel noch bis ins hohe Alter hinein breiter und länger wird.

Manche Forscher sagen, das liege daran, dass die Haut mit der Zeit weicher und elastischer werde. Andere behaupten: Das Ohr wächst, weil das Gehör schlechter wird. So könne die Größe der Ohrmuschel den Hörverlust ausgleichen.

Einzigartige Form

Den Fingerabdruck kennt fast jeder. Kriminalfälle können aber auch über die Ohren gelöst werden. „Mittels Ohrabdruck ist es möglich, einen Menschen zu identifizieren“, heißt es im „Handbuch der Kriminalistik“. Möglich mache dies die biometrische Struktur. Die Ohrmuschel behalte ein Leben lang ein Grundmuster bei. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind demnach die Außenleiste und das Ohrläppchen. dpa
  

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