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11:04 11.03.2021
Wer wegen der Corona-Pandemie ins Homeoffice gewechselt ist, kann in seiner Steuererklärung für 2020 und 2021 fünf Euro pro Arbeitstag absetzen. Der Abzug ist jedoch auf einen jährlichen Höchstbetrag von 600 Euro begrenzt. FOTO: DPA

LANDKREIS. Der Bundesrat hat am 18. Dezember 2020 dem Jahressteuergesetz 2020 zugestimmt. In diesem wurden neben zahlreichen Einzeländerungen auch einige Maßnahmen beschlossen, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen.

Kurzarbeit, Infektionsschutzgesetz (IfSG), Homeoffice: Diese Begriffe prägen unseren Arbeitsalltag seit fast einem Jahr. Kurzarbeit ist ein wichtiges Instrument für die Arbeitgeber, um deren Kosten im Zusammenhang mit Arbeitsausfällen zu minimieren und Entlassungen zu vermeiden.

Kurzarbeitergeld

Kurzarbeitergeld und Entschädigungszahlungen nach dem Infektionsschutzgesetz sind zwar steuerfrei, unterliegen aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Diese Tatsache führt bei vielen Steuerpflichtigen zu einer Steuererklärungspflicht. Das bedeutet: Wer mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld oder Entschädigung nach dem IfSG in 2020 erhalten hat, ist verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Ob es bei der Steuerfestsetzung zu einer Nachzahlung oder einer Erstattung kommt, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.

Homeoffice

Viele Steuerpflichtige sind gezwungen, infolge der Corona-Pandemie ihrer betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit an einem Arbeitsplatz in ihrer Wohnung nachzugehen. Selten werden die Voraussetzungen für den Abzug der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer im Sinne des Einkommensteuergesetzes vorliegen.

Um diesen Steuerpflichtigen einen Abzug der entstandenen Mehraufwendungen zu ermöglichen, hat der Gesetzgeber eine Kostenpauschale von fünf Euro pro Kalendertag eingeführt, an dem ausschließlich in der häuslichen Wohnung gearbeitet wurde. Allerdings ist der Abzug auf einen Höchstbetrag von 600 Euro für 2020 und 2021 begrenzt.

Entlastungsbetrag

Der Entlastungsbetrag für alleinerziehende Eltern wurde bereits im Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz vom 29. Juni 2020 zeitlich begrenzt auf 4008 Euro (vorher 2100 Euro) angehoben, um Alleinerziehende wegen der eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder 2020 und 2021 zu unterstützen. Diese Befristung wurde im Jahressteuergesetz 2020 nun in eine unbefristete Regelung ab 2022 umgewandelt.

Ingrid Beelenherm
Ingrid Beelenherm

Fahrtkosten

Wer im Homeoffice arbeitet, kann weniger Fahrtkosten zur Arbeit geltend machen. Ein Freibetrag auf der Lohnsteuerbescheinigung löst Steuererklärungspflicht aus. Wer jedoch die Nutzung des Dienstwagens pauschal versteuert, sollte im Rahmen der Einkommensteuererklärung prüfen, ob der Wechsel zu einer Einzelbewertung vorteilhafter ist. Nützlich ist eine Bescheinigung vom Arbeitgeber, an wieviel Tagen die Arbeitsstätte tatsächlich aufgesucht wurde.

Corona-Prämie

Arbeitgeber konnten ihren von der Pandemie betroffenen Mitarbeitern 2020 bis zu 1500 Euro Corona-Prämie zahlen. Der Zeitraum der Auszahlung ist nun bis zum 30. Juni 2021 verlängert worden.

Spenden

Für Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke wurde der Betrag, für den ein vereinfachter Zuwendungsnachweis (Bareinzahlungsbeleg oder Buchungsbestätigung des Kreditinstituts) genügt, von 200 auf 300 Euro angehoben – gültig ab 2020.

Behindertenpauschbetrag

An dieser Stelle kann nur auszugsweise auf die zahlreichen Änderungen zum Jahreswechsel eingegangen werden. Der folgende Hinweis erscheint mir aber noch sehr wichtig und interessant. Ab dem Veranlagungszeitraum 2021 werden sich die Behindertenpauschbeträge durch das Behinderten-Pauschbetragsgesetz erhöhen und in der Regel verdoppeln.

Einen Freibetrag gibt es dann bereits ab 20 Prozent Behinderung. Daher sollten Betroffene ihren Grad der Behinderung überprüfen und gegebenenfalls nach oben hin anpassen lassen. Falls sich der Grad der Behinderung im Laufe des Jahres ändert, gilt der höhere Pauschbetrag für das gesamte Jahr. VON INGRID BEELENHERM

Die Autorin ist Diplom-Wirtschaftsingenieurin und selbstständige Steuerberaterin in Ahnsen und zugleich Fachberaterin für Unternehmensnachfolge.