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Home Sonderthemen Bauen/Wohnen Musik mag er nicht
00:00 17.07.2019
Er ist zwar süß, kann sich im Haus aber zu einer echten Nervensäge entwickeln. Der Marder poltert und kratzt und zerstört auch gerne die Dämmung des Daches. FOTO: DPA

LANDKREIS. Steinmarder sehen niedlich aus. Zieht ein Tier aber als polternder Untermieter ins Haus ein, entwickelt es sich zum ständigen Störenfried. Der Marder raubt einem den Schlaf und kann große Schäden am Dach anrichten. Doch Hausbesitzer können ihn vertreiben: mit Musik.

Marder mögen Menschen. Sie zieht es selbst in der Großstadt gerne in ihre Nachbarschaft. Meist fallen die Tiere überhaupt nicht auf, da sie nachtaktiv sind und am Tage in ihren Verstecken schlafen. Sie können sich jedoch zum Problem entwickeln.

„Marder bevorzugen für ihr Versteck die oberen Stockwerke, speziell den Dachboden, und richten dort oft enorme Schäden an“, sagt Jürgen Eylert von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Und das kann teuer werden.

Besonders ärgerlich ist, dass Marder sich in die Tunnelgänge der Dachisolierung graben. „Oft zerstören sie auch die Unterspannbahn – wodurch die darunterliegende Isolierung nass wird und ihre Dämmwirkung verliert“, erklärt Christian Anders vom Zentralverband des deutschen Dachdeckerhandwerks.

So entstehen Wärmebrücken, durch die warme Luft entweicht – und das treibt die Heizkosten in die Höhe. Bei nicht ausgebauten und nicht beheizten Dachböden steigt außerdem das Risiko, dass sich Schimmelpilze bilden.

Besonders schlimm ist für viele Bewohner zunächst der Lärm der Tiere. „Krabbelgeräusche und Poltern auf dem Dachboden sind Anzeichen für einen Marderbefall im Haus“, erklärt Eylert.

Auch Kot- und Urinspuren sowie Überreste von Aas deuten auf den ungebetenen Gast hin. „Bemerkt man den Marder über einen längeren Zeitraum nicht, kann das dazu führen, dass sich der Geruch von Fäkalien und Verwesung irgendwann im ganzen Haus ausbreitet.“

Steinmarder können sehr gut klettern und mehr als zwei Meter weit springen. „Sie können also Bäume oder die Pflanzen an der Hauswand nutzen, um ein Schlupfloch ins Haus zu finden“, erläutert Eylert. Fallrohre von Regenrinnen und Wände sind ebenfalls Kletterhilfen.

„Es muss aber nicht immer ein Schlupfloch sein, um unters Dach zu gelangen“, sagt Anders. Ein Marder könne sogar einen schweren Dachziegel hochdrücken, um dadurch ins Dach hineinzuschlüpfen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, um einen Marder loszuwerden – indem man ihm den Aufenthalt möglichst unangenehm gestaltet. „Zum Beispiel kann man mit einem laut spielenden Radio am Tag seine Nachtruhe stören oder gezielt dort klopfen, wo der Marder sein Versteck hat“, schlägt der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) vor. Auch Ultraschallgeräte können seinen Angaben zufolge Wirkung zeigen.

Manche halten das Fangen der Tiere in Lebendfallen für eine gute Lösung. „Das darf aber nur jemand, der einen Jagdschein hat“, macht Eylert deutlich. Denn Marder unterliegen dem Jagdrecht. Außerdem bringe das Fangen der Tiere meist keinen langfristigen Erfolg, da entweder ein neuer Marder das freigewordene Revier besetze oder der vertriebene Marder lange Strecken zurücklege, um in sein Zuhause zurückzukehren.

Nicht bewiesen ist laut Eylert, dass Haushaltsmittel wie Hundehaare oder Urin anderer Tiere gegen Marderbefall helfen. „Wenn der Marder längere Zeit nicht auftaucht, kann es auch sein, dass er zwischenzeitlich eine andere seiner zahlreichen Behausungen in seinem Revier aufsucht.“

Auf Dauer können nach Ansicht der Experten Marder im Haus nur vermieden werden, wenn das Gebäude unzugänglich ist. Also muss sein Schlupfloch gefunden und verschlossen werden. Den Einstiegsort können Hausbesitzer ausfindig machen, indem sie geharkte Sandflächen rund um das Gebäude anlegen, auf denen Marder Spuren hinterlassen. „Oder man sucht die Pflanzen am Haus nach Hinweisen ab“, so Heiermann.

Wird ein Schlupfloch verschlossen, sollte das Tier auf keinen Fall noch im Haus sein. Denn ist der Marder gefangen, könne er versuchen, auszubrechen und dabei große Schäden anrichten, schildert Anders. Oder das Tier verhungere.

Und so sehr die Tiere auch lärmen und nerven: Im Frühjahr dürfe man Marder generell nicht aussperren. „Denn sie könnten Junge haben, die ohne die Mutter qualvoll sterben würden“, sagt Heiermann. dpa

Erst beantragen, dann loslegen

LANDKREIS. Wer eine Immobilie bauen, sanieren oder kaufen will, kann von Förderungen profitieren. Das gilt insbesondere, wenn Bauherren dabei auf Energieeffizienz achten – also beispielsweise eine neue Heizung, neue Fenster oder eine Dämmung für die Außenwände einbauen.

Zu den ersten Adressen, bei denen Privatpersonen Zuschüsse beantragen können, gehören das Bundesamt für Wirtschaft und Außenhandelskontrolle (Bafa) sowie die KfW-Bank, bei der es zusätzlich ein zinsloses Darlehen gibt. Aber auch Kommunen und das Land Niedersachsen bieten möglicherweise solche Förderungen an.

Die Zuschüsse gibt es nur auf Antrag. Diesen müssen Privatpersonen stellen, bevor sie Handwerkern oder dem Bauunternehmen einen Auftrag erteilen. Die KfW-Förderung können Interessierte in der Regel über die Hausbank beantragen, beim Bafa ist dies direkt und online möglich.

In der Regel müssen Antragsteller bestimmte Auflagen erfüllen – beispielsweise Nachweise beilegen. Ein Energieberater kann dabei helfen, die erforderlichen Unterlagen zu besorgen. Unter bestimmten Umständen gibt es sogar Zuschüsse für das Honorar des Energieberaters.

Zum Teil ist die Förderung auch an Richtlinien geknüpft. Details dazu stehen auf den Internetseiten der jeweiligen Förderprogramme. Einen Überblick dazu bietet unter anderem die Internetseite der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft „co2online“. dpa

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