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Home Sonderthemen Freizeit/Kultur/Reisen Sau-natürlich und saulecker
11:12 16.07.2019
Die Ferkel sind knapp sechs Wochen alt und wachsen gemeinsam mit den Muttertieren in einer sogenannten Familienbucht auf. FOTO: HB

Von Holger Buhre 
 
NORDSEHL. Sie leben auf Stroh und in kleinen Gruppen und genießen dabei reichlich Platz und viel Ruhe. „Ich denke, die Sauen und die Ferkel fühlen sich bei uns einfach sauwohl“, sagt Katharina Runge.

Gemeinsam mit Ehemann Thilo betreibt sie bereits seit vielen Jahren Landwirtschaft nach strengen Neuland-Kriterien – also ohne jeglichen Einsatz von Wachstumshormonen, Antibiotika und sonstigen Medikamenten. Zudem verfügen die Schweine über einen eingestreuten Außenbereich, den sie zum Toben, Sonnen und Entspannen nutzen können.

„Im Prinzip ist all das für uns bereits eine Selbstverständlichkeit, was in der Politik jetzt in puncto Landwirtschaft und Tierhaltung diskutiert wird“, machen die Eheleute deutlich. Interessierte können sich persönlich davon überzeugen, wie neben den Schweinen auch Küken, Hühner und Hähnchen langsam und artgerecht aufwachsen – was Fleischqualität und -geschmack zugute komme.

„Die Transparenz gegenüber unseren Kunden ist uns sehr wichtig“, sagt die Landwirtin aus Nordsehl. „Deshalb steht unser Hof auch für Besichtigungen offen – idealerweise freitags, wenn auch unser Hofladen geöffnet hat.“

Dort und auf mehreren Wochenmärkten in der Region gibt es eine Vielzahl von Produkten, die ausschließlich von eigenen Tieren stammen. Aktuell besonders angesagt sind laut Katharina Runge marinierte Schnitzel und Steaks sowie unterschiedliche Bratwurst-Sorten. Aber auch Mettwurst, Schinken, Bregen- und Jagdwurst seien gefragt.

Hähnchen sind alle 14 Tage erhältlich – auf Wunsch auch in Teilstücken wie Brust oder Keule. „Man schmeckt einfach die Hausmacher-Art“, sagt die Landwirtin über die Vielzahl der Produkte im Darm und im Glas, die nach eigenen Rezepturen und ebenfalls nach strengen Neuland-Kriterien entstehen – also ohne Zusatzstoffe hergestellt werden.

Der Hofladen in Nordsehl hat immer freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Zum Sortiment gehören dort zusätzlich Äpfel, Eier, Kartoffeln und jahreszeitliche Spezialitäten. Diese Produkte beziehen Katharina und Thilo Runge allesamt von Landwirten aus der Region, die nach ähnlichen Kriterien arbeiten. In den Wintermonaten bieten sie zusätzlich Rindfleisch aus Freilandhaltung an, das von einem befreundeten Neuland-Betrieb stammt.


„Frischer geht es nicht“

Stefan Schneider inmitten seiner Kuh- und Rinderherde, die reichlich Auslauf auf der großen Wiese genießt. FOTO: HB
Stefan Schneider inmitten seiner Kuh- und Rinderherde, die reichlich Auslauf auf der großen Wiese genießt. FOTO: HB

Von Holger Buhre

POLLHAGEN. Auf dem rund 75 Hektar großen Landwirtschaftsbetrieb von Familie Schneider wachsen neben Schweinen und Gänsen auch 25 Kühe, Bullen und Kälber heran – nicht im Stall, sondern auf einer sechs Hektar großen Fläche nahe des Schaumburger Waldes.

„Hier können sich die Tiere vom Frühjahr bis zum Winter in aller Ruhe auf ganz natürliche Weise entwickeln“, schildert Stefan Schneider beim Blick auf die Herde, die aus Angus- und Schwarzbuntrindern sowie aus unterschiedlichen Kreuzungen besteht. Meist schaut der 35-Jährige bei seinen Tieren einmal täglich nach dem Rechten.

Von Oktober bis März lässt der Pollhäger dann durchschnittlich einen Bullen pro Monat schlachten: Dies übernimmt die Fleischerei Bultmann aus Loccum, wo unter anderem Steaks, Rouladen, Braten, Mettwurst, Hack- und Suppenfleisch sowie selbstgeräucherter Rinderschinken hergestellt werden.

All diese Erzeugnisse vermarktet Schneider in seinem Hofladen (Hauptstraße 34) sowie freitags (9.30 bis 12 Uhr) und sonnabends (10 bis 12 Uhr) auch am Verkaufswagen in Rodenberg sowie in den Sommermonaten zusätzlich mittwochs von 9 bis 13 Uhr auf dem Mardorfer Bauernmarkt – gerne auf Vorbestellung in der jeweils benötigten Menge.

Einen Namen gemacht hat sich Familie Schneider auch in puncto Weihnachtsgans. Die mehr als 60 Tiere werden an jedem Morgen aus dem Stall zur Wiese auf der anderen Straßenseite geleitet. Abends wiederholt sich dieses Schauspiel in umgekehrter Richtung.

Geschlachtet werden die Tiere, die bereits vorbestellt werden können, genau drei Tage vor Heiligabend. „Frischer geht es nicht“, sagt der 35-Jährige mit Bezug auf den Weihnachtsbraten.

Darüber hinaus baut Familie Schneider in einem Gewächshaus und auf einer Freilandfläche auch zahlreiche Gemüsesorten an. Die Gurkenernte läuft bereits, die Tomatenernte beginnt in diesen Tagen. Die roten Früchte werden übrigens nicht frühzeitig gepflückt, sondern ganz bewusst erst bei voller Reife: „Dann schmecken sie einfach sehr viel besser“, macht Schneider deutlich.

Sämtliche Erzeugnisse sind montags bis sonnabends im Hofladen in Pollhagen erhältlich. Hierzu zählen auch Wurst- und Fleischprodukte im Glas sowie diverse Einmach-Spezialitäten. Außer Gurken nennt der 35-Jährige Zungenragout, Rouladen und Hochzeitssuppe: „Alles persönlich zubereitet.“

Telefonische Vorbestellungen für alle Produkte und Erzeugnisse nimmt Familie Schneider unter der Nummer (0 57 21) 7 94 10 entgegen.

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