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Home Sonderthemen Familie/Kinder/Senioren So halten sich Tomaten, Karotten und Co.
09:17 01.05.2019
Äpfel verströmen das Reifegas Ethylen und bringen anderes Obst in der Nähe zum Nachreifen. Im Kühlschrank verlieren Äpfel allerdings an Aroma.

LANDKREIS. Nicht nur der Mensch hat Lieblingsplätze. Auch Obst und Gemüse mögen eine Umgebung, die sie nicht schneller welken oder gar faulen lässt. Doch wie sieht die optimale Lagerung aus?

Früher wurde das Wissen um die Eigenschaften von Lebensmitteln und deren Lagerung von Generation zu Generation weitergegeben. Doch in Zeiten, in denen der Außer-Haus-Verzehr zunimmt, sich insbesondere Jüngere gern durch den Tag snacken und in vielen Familien oft nur am Wochenende gekocht wird, funktioniert das mit dem Weitergeben nicht mehr so gut.

Das hat jedenfalls Professorin Dietlind Hanrieder beobachtet. Sie ist Expertin für Lebensmittellehre an der Hochschule Anhalt. „Sämtliches Obst aus südlichen Ländern gehört beispielsweise nicht in den Kühlschrank“, erklärt sie.

Einen Überblick mit den Aufbewahrungsvorlieben aller Obst- und Gemüsesorten gibt das Lagerungs-ABC der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZNRW): von A wie Ananas bis Z wie Zwiebel. „Damit wollen wir dazu beitragen, dass weniger Essen weggeworfen wird“, erläutert Mitarbeiterin Antonia Blumenthal, zugleich Ernährungswissenschaftlerin bei der VZNRW.

So mancher Verbraucher weiß zwar, dass Äpfel das Gas Ethylen ausstoßen und so auch Obst, das nebenan in einer Schale liegt, zum Nachreifen bringen. „Aber viele Menschen wissen nicht, dass auch Tomaten das Reifegas abgeben“, so Blumenthal. Auch sei nicht allen bekannt, dass Tomaten im Kühlschrank ihr Aroma verlieren. Und auch Avocados, Birnen, Feigen, Nektarinen und Pflaumen lassen ihre fruchtigen Nachbarn schneller reifen.

Zu den kälteempfindlichen Gemüsesorten gehören Auberginen. In der Pfanne vertragen sie sich prima mit Tomaten – bei der Lagerung allerdings reagieren sie ethylenempfindlich und mögen deshalb nicht neben ihnen platziert werden. Im Vorratsregal hält sich die Aubergine bei 10 bis 13 Grad maximal zehn Tage frisch.

Deutlich sensibler sind hingegen Bohnen und Blumenkohl: Sie wollen schnell zubereitet werden. Frische rohe Bohnen sollten beispielsweise nicht länger als drei Tage an einem kühlen, dunklen Ort in einem luftdurchlässigen Behälter lagern. „Müssen sie länger ausharren, kann es zu Fäulnisbefall oder Kälteschäden kommen“, weiß Blumenthal.


Tomaten sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie dort ihr Aroma verlieren. FOTOS: DPA
Tomaten sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie dort ihr Aroma verlieren. FOTOS: DPA

Auch Blumenkohl hält sich in der Regel nicht länger als zwei Tage. „Zeigen sich schwarze Stellen, ist das ein Hinweis auf einen Verderb durch Schwärzepilze – dann ist er nicht mehr zum Verzehr geeignet“, sagt Ute Gomm vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE).

Diese Schimmelpilze können ihren Angaben zufolge sogar giftige Stoffe bilden, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. „Diese können sich nach einem Verzehr im Körper anreichern“, macht Gomm deutlich. „Neben den sichtbaren Stellen gibt es auch ein unsichtbares Wurzelgeflecht des Pilzes, weshalb das Herausschneiden der verschimmelten Stellen in der Regel nicht ausreicht.“

Aus der Folienverpackung schnellstmöglich herauszunehmen und in eine dunkle, kühle und trockene Umgebung zu verfrachten sind Karotten. Lose verkaufte Waschkarotten halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks ungefähr vier Wochen, Bundkarotten nur eine Woche. Ihr Grün sollte laut VZNRW vor der Lagerung entfernt werden, da es dem Gemüse Flüssigkeit entzieht. dpa

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