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Home Sonderthemen Bauen/Wohnen So sitzt der Dübel fest
13:39 14.05.2019
Wer saubere Löcher bohren will, muss neben der richtigen Bohrmaschine auch die richtigen Bohraufsätze finden. FOTO: DPA

LANDKREIS. Wenn das Bohrloch ausfranst, ist der Ärger groß. Mit dem richtigen Werkzeug lässt sich das vermeiden. Viele denken in solchen Fällen an eine gute Bohrmaschine – doch damit ist es nicht getan.

Wer eine Bohrmaschine anschafft, investiert dabei oft viel Zeit und Geld. Für ein sauberes Bohrloch braucht es neben einer guten Maschine aber vor allem gute Bohrer. Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) hat 39 getestet.

Stein- und Beton- sowie Holz-, Stahl- und Kombibohrer haben die Tester unter die Lupe genommen. Geprüft wurden das Gefüge, der Verschleiß, die Präzision und das Biegeverhalten. Die Ergebnisse fielen je nach Material sehr unterschiedlich aus.

Während alle elf getesteten Beton- und Steinbohrer die Prüfungen zu 100 Prozent bestanden, erreichten bei den Kombibohrern nur zwei von sieben das Prädikat „Exzellente Qualität“, das die DtGV ab einem Testergebnis von 98 Prozent verleiht. Von den elf Metallbohrern bescheinigte die DtGV sieben eine exzellente Qualität, bei den Holzbohrern sind es sieben von zehn.

„Trotz der sehr unterschiedlichen Qualität spielen die Bohraufsätze bei der Kaufentscheidung oft nur eine kleine Rolle“, sagt DtGV-Geschäftsführer Oliver Hauf. „Wir haben oft gehört und mitbekommen, dass sehr viel Augenmerk auf die Bohrmaschine gelegt wird und bei den Bohrern einfach so zugegriffen wird.“ Viele Verbraucher würden sich am Ende wundern, dass für die Bohrleistung das System aus Bohrmaschine und Bohrer entscheidend ist.

„Nicht am falschen Ende sparen“, lautet deshalb Haufs Tipp. Dass teuer gleich gut und billig gleich schlecht sei, könne man auf Grundlage des Tests nicht sagen, erläutert der Experte. So hätten auch einige Eigenmarken von Baumärkten sehr gut abgeschnitten.

Dass die Bohrmaschine neue Bohraufsätze braucht, kann man laut Hauf am Ergebnis sehen. „Wenn der Dübel auf einmal im Loch rumschlackert, könnte das durchaus ein Indiz für einen schlechten oder kaputten Bohrer sein.“ Weitere Anzeichen dafür seien Ausfransungen am Bohrlochrand und stark ausgedehnte Löcher. dpa

So klappt das Arbeiten mit dem Kreuzschlitz / Torx-System als Alternative

LANDKREIS. Kreuzschlitz-Schrauben lassen sich oft nicht gut eindrehen und fest anziehen. Denn der Schraubendreher greift sie nicht richtig am Kopf und dreht durch. Oder beim Lösen wird der Kreuzschlitz beschädigt – was ein Herausdrehen der Schraube unmöglich macht.

„Ursache für diesen unangenehmen Effekt kann die falsche Wahl des Schraubendrehers oder Schraubbits sein“, sagt Peter Birkholz. Er ist Ratgeberautor der Stiftung Warentest. Denn abgesehen von der richtigen Größe gibt es zwei unterschiedliche Varianten des Kreuzschlitzes, auch Antriebe genannt. „Zum einen das Phillips-Recess-System und zum anderen das später daraus entwickelte Pozidriv-Sytem“, erläutert Birkholz.

„Ihr Unterschied liegt in der geometrischen Form der Flanken der vier als ein Kreuz angeordneten Klingen.“ Die Werkzeuge sind mit Pz (Pozidriv) oder Ph (Phillips) gekennzeichnet.

Beim Phillips-System sind die Flanken aus Gründen der einfacheren Fertigung ein wenig keilförmig. Die Folge: Die Keilwirkung teilt die Kräfte in die erwünschte Drehkraft und eine nicht erwünschte Axialkomponente in Richtung des Schraubendrehergriffs auf. „Man muss zum Eindrehen einer Schraube folglich kräftig drücken, damit der Schraubendreher nicht durchrutscht“, so Birkholz.

Eine Verbesserung bringe das häufiger anzutreffende Pozidriv-System, bei dem die Flanken gerade verlaufen. „Hier fällt die axiale Kraftkomponente weg.“

Hinzu kommen kleine spitze Keile, die zwischen den vier Klingen liegen und beim Andrücken in den Schraubenkopf eindringen. Das sorge für eine bessere Übertragung des Drehmoments. „Aber auch hier sollte noch gedrückt werden“, empfiehlt Birkholz.

„Selbstverständlich müssen die Größen des Schraubendrehers und der Schraube zueinander passen“, betont der Experte. „Welcher Schraubendreher – also beispielsweise Pz 2 oder Ph 3 – der richtige ist, wird normalerweise auf der Schraubenpackung angegeben.“

Der Markt bietet zudem noch eine weitere Lösung: „Inzwischen ist das sogenannte Torx-System auf dem Vormarsch, dessen Antrieb an Stelle eines Kreuzes auf sechs Flanken basiert.“ Damit lassen sich dem Experten zufolge auch höhere Drehmomente übertragen.

„Wer sich also das Kreuz mit dem Kreuzschlitz ersparen möchte, greift besser zur Torx-Schraube und dem entsprechenden Tx-Bitsatz in den gängigsten Größen“, empfiehlt Birkholz. „Torxschrauben lassen sich nämlich ausschließlich mit der exakt dazu gehörenden Bitgröße bewegen.“ dpa

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